Redebeitrag zur Demo „25 Jahre Tschernobyl“: die Zukunft

4. Mai 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Alexander John (Klima-Allianz, BgAL)

Atomkraft abschalten! Atomkraft abschalten! Atomkraft abschalten!

Und dann? Diese Frage wird seit den 1970er Jahren immer wieder diskutiert und seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren noch erheblich stärker. Die hoch riskanten Castortransporte in die Zwischenlager und die Katastrophe von Fukushima zeigen uns die größten Probleme der friedlichen Nutzung der Kernkraft auf: Wohin mit dem Restmüll und was tun, wenn ein Super-GAU ganze Landstriche auf Jahrhunderte unbewohnbar macht.

Das Erneuerbare Energiengesetz war der Anfang vom Ende für die Kernenergie in Deutschland und in vielen anderen Ländern auf dieser Erde. Denn das Gesetz ist mittlerweile in über 50 Ländern fester Bestandteil der Energiepolitik. Aber nicht nur für die Kernenergie ist das Ende eingeläutet: Auch die Stromgewinnung durch Kohle wird in spätestens 20 Jahren in Europa in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sein.

Der Ausbau der regenerativen Energien geht unaufhaltsam voran. Allein im vergangenen Jahr betrug der Zubau der Solarstromanlagen über 7.200 GWh, was rechnerisch 7 AKW entspricht. Allein diese Zahl macht deutlich, wie schnell der Umstieg möglich ist. Sämtliche Prognosen der vergangenen Jahre sind spätestens nach der Hälfte ihrer Laufzeit vollkommen überholt gewesen. So prognostizierte die Bundesregierung 2009 für das Jahr 2020 eine installierte Leistung bei Photovoltaik von 10.000 GWh. Bereits ein Jahr nach der Prognose war dieser Plan übererfüllt.

Dieser rasante Ausbau erfordert aber auch Investitionen in das Stromnetz und in Speicher. Die Investitionen in das Stromnetz sind schon seit Jahren notwendig und haben nur sehr wenig mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu tun, sondern mit der europaweiten Stromversorgung und mit dem schlechten Zustand des Netzes. Die Stromnetzbetreiber haben es in weiten Teilen für die Aktionäre und Aktionärinnen heruntergewirtschaftet. Investitionen in die Netze blieben wegen der Gewinnausschüttung weitestgehend aus.

Die Speicher für Erneuerbare Energien könnten zusätzlich die Gewinnerwartungen der Atomstromkonzerne senken. Bisher haben diese schon vereinzelt Speicher, denn Atomkraftwerke lassen sich nicht so einfach dem Strombedarf anpassen. Der Überschuss wurde auch in der Vergangenheit gespeichert. Wenn die Erneuerbaren Energien zwischen 2030 und 2040 die 90-%-Marke gerissen haben werden, wird es allerdings europaweit mehr Speicher geben. Das kann in Form von Punpspeicherkraftwerken, Akkus und Wasserstoff geschehen. Letzteres hätte den Vorteil, dass Wasserstoff mit CO2 versetzt in Methan umgewandelt werden kann. Dieses Produkt – auch als Erdgas bekannt – kann dann wieder in Gas- und Dampfturbinenkraftwerken oder Mini-Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt werden.

Es gibt in Deutschland bereits 2 energieautarke Regionen, die sich auf diese Weise von den Stromriesen und dem Geschehen auf dem Weltmarkt befreit haben. Es werden immer mehr werden, deshalb lasst uns endlich

Atomkraft – Abschalten, Atomkraft – Abschalten, Atomkraft – Abschalten!

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