Katastrophentraining auf dem Leipziger Markt

17. Juni 2013 § Ein Kommentar

Strahlungstest an Erdbeeren/ Foto: BgAL/IbsWochenmarkt in Leipzig, 11. Juni 2013, 13 Uhr, strahlender Sonnenschein. Drei Gruppen in Schutzanzügen und ausgestattet mit Geigerzählern und Anti-GAU-Tabletten mischt sich unter das einkaufende Volk. Ein Trupp misst die Radioaktivität von Gemüse und Blumen. Andere verteilen die GAU-Tablettenpackungen an Besucher: „Wollen Sie eine Anti-Atom-Tablette?“ Die Aktivist_innen des Bündnis gegen Atomkraft Leipzig werden dabei von einer Schulklasse der Lehmbau-Gruppe unterstüzt, die hier Erfahrungen im praktischen zivilgesellschaftlichen Engagement sammeln sollen. Vielen macht die Sache riesigen Spaß und auch Hintergrundgespräche mit interessierten Passanten kommen nicht zu kurz.

Katastrophenübung auf dem Leipziger Markt  (Foto: BgAL / Ibs)Am aufgeschlossensten sind hierbei junge Leute, besonders mit Kindern, denen das Thema Atomkraft und seine Gefahren schon aus persönlichen Gründen nahe geht. Besonders die GAU-Tabletten, die natürlich kein Jod enthalten, sondern Pfefferminz, werden gerne mitgenommen und der Hinweis „Bitte vor dem GAU einnehmen“ oft mit einem resignierenden Schmunzeln quittiert. Denn auch das soll diese Situation ja zeigen: Die Vorsorgepläne im Falle eines realen Gaus sind vollkommen unzreichend. Zwar liegt in der unmittelbaren Nähe Leipzigs kein Atomkraftwerk, aber das tschechische Temelín beispielsweise ist deutlich näher als das ukrainische Tschernobyl und dessen Wolke war schließlich auch über ganz Europa nachweisbar.

Die Gemüsehändler_innen reagieren gelassen auf die Kontrollen, die natürlich auch nur Simulation sind. „Hier werden Sie nichts finden“, rufen sie uns zu, während wir Tomaten, Erdbeeren oder Mangos mit einem umgebauten Smartphone auf Strahlung messen. Aber die auffälligen Anzüge sorgen auch hier für Anknüpfungspunkte mit den Kund_innen. Alles in allem eine gelungene Aktion im Rahmen der Katastrophen-Übungs-Woche von ausgestrahlt, auch wenn unsere GAU-Tabletten viel zu schnell weg waren. Auch Katastrophen Give-Aways sind Give-Aways.

Dank an alle Beteiligten, besonders der Lehmbau-Gruppe, Greenpeace-Leipzig und der Bund-Jugend

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