Wir sind da und wir bleiben Viele – Bericht zur Mahnwache und Demonstration am 21.03.2011

23. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Am vergangenen Montag, den 21.03.2011, fanden sich deutschlandweit über 140.000 Menschen in über 720 Städten zusammen, um gemeinsam in Form von Mahnwachen und Demonstrationen an das Geschehen im japanischen Fukushima zu erinnern und die Bundesregierung aufzufordern den Atomausstieg zu beschleunigen. Auch in Leipzig waren es wieder mehrere Hundert, die sich dem Aufruf des Bündnisses gegen Atomkraft anschlossen.

Nachdem es bereits in der letzten Woche im Anschluss an die Mahnwache zu einer spontanen Demonstration durch die Leipziger Innenstadt gekommen war, hatte das Bündnis diesmal sowohl eine Mahnwache, als auch eine Demonstration angemeldet. Während bei der Mahnwache vor allem das Gedenken an die Opfer von Erdbeben, Tsunami und GAU im Mittelpunkt stehen sollte, war das Ziel der anschließenden Demonstration die Thematisierung der politischen Debatte über den zeitnahen Atomausstieg.

So drückte ein Sprecher des Bündnisses die Hoffnung aus, dass Fukushima, als Fanal, als flammendes Inferno die letzte Katastrophe dieser Art gewesen sei und die Menschheit endlich anfange zu begreifen. Die klare Schlussfolgerung aus Fukushima müsse sein, so schnell wie möglich aus der Atomenergie auszusteigen. Insbesondere wurde zu Beginn der Demo das Verhalten der Bundesregierung kritisiert, da das angekündigte Moratorium offensichtliche Wahlkampftaktik sei.

An dem Protestzug, der quer durch die Innenstadt und über den Ring führte, vorbei am Energieberatungszentrum der Stadtwerke, sowie an der Niederlassung von Siemens und schließlich vor der EEX auf dem Augustusplatz endete, beteiligten sich nach Polizeiangaben über 500 Menschen. Wir als Veranstalter schätzten die Zahl zwischenzeitlich auf etwa 650.

Am Kundenzentrum der Stadtwerke Leipzig wurde ein erster Redebeitrag gehalten. In diesem wurde explizit auf die Rolle von kommunalen Unternehmen und deren Verantwortung eingegangen. Als Ziel wurde formuliert: „Doch eigentlich wollen wir noch mehr: Wir wollen, dass die Stadtwerke allen Kunden, also auch der Industrie und dem Gewerbe, atomfreien Strom liefert. Zum Beispiel wie bei den Stadtwerken Schönau, ein Ökostromanbieter, den die BürgerInnen so umstrukturiert haben, dass die Kunden mit einem Strommix, der gänzlich ohne Anteile an Strom aus Atom-, Kohle- und Ölkraftwerken auskommt, beliefert werden. Der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt bei 90 %. Das wollen wir auch!“

Die nächste Zwischenkundgebung fand vor der Siemensniederlassung statt. Hier wurde zunächst kritisch auf die Rolle Siemens’ als der Atomkonzern Nummer Eins in Deutschland eingegangen. Deutlich wurde angeprangert, dass Siemens zusammen mit Rosatom auch den Atomwaffensperrvertrag faktisch unterläuft und die Konzerninteressen auch weiterhin einseitig auf rücksichtslosen Profit ausgerichtet sind.

Daraufhin wurde ein Gastbeitrag der Gruppe Klimagerechtigkeit Leipzig verlesen, welcher auf die Problematik einseitiger Herangehensweisen zu den Alternativen von Atomstrom eingeht.

Schließlich widmete sich ein letzter Beitrag der EEX Börse auf dem Leipziger Augustusplatz. Hier wurde kritisch auf die Rolle der EEX als Klimakasino eingegangen und die Forderung von der Gruppe Klimagerechtigkeit erhoben, dieses Klimakasino zu schließen. „Deshalb lautet die Forderung von Klimagerechtigkeit Leipzig: Klimacasino schließen! Our climate is not your business! Ich möchte in meinem Redebeitrag die Debatte um Atomstrom in einen größeren Rahmen stellen: Die Abschaltung aller Atomkraftwerke reicht nicht. Wir befinden uns mitten in einer globalen ökologischen Krise: der massive Verlust der Biodiversität, der menschengemachte Klimawandel und das sogenannte Restrisiko der Atompolitik sind keine Prognosen, sondern Realität. Trotzdem wird die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von Uran und fossilen Brennstoffen nicht an sich hinterfragt.“

Presse:

LVZ-online

Leipzig-Seiten

 

Bilder: Torben Ibs

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