Verantwortung heißt Abschalten- Greenpeace Leipzig erinnert an nuklearen Super-GAU in Tschernobyl vor 25 Jahren und fordert Atomausstieg bis 2015

18. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Leipzig, 19.04.2011 – Greenpeace Leipzig protestiert am Dienstag ab 17:00 Uhr in der Leipziger Innenstadt für einen Ausstieg aus der Kernkraft bis zum Jahr 2015. Die schwarz gekleideten Aktivisten erinnern mit einer schweigenden Menschenkette außerdem an den atomaren Super-GAU in Tschernobyl vor 25 Jahren. Die Route der Demonstration wird vom Augustusplatz durch die Innenstadt führen.

„Der Super-GAU in Tschernobyl zeigte, dass die Atomkraft nicht sicher beherrschbar ist“ sagt Kevin Hausmann, Energieexperte von Greenpeace Leipzig. „In jedem Reaktor der Welt kann eine verheerende Katastrophe passieren, die das Leben von hunderttausenden Menschen gefährdet.“

In der Nacht zum 26.4.1986 explodierte der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl als Folge eines fehlgeschlagenen Experiments. Dabei wurden enorme Mengen an Radioaktivität

freigesetzt, die weite Teile Europas kontaminierten. Zehntausende Menschen starben, hunderttausende Menschen erkrankten bzw. haben ihre Heimat für immer verloren. Die stark verstrahlte Sperrzone um das Kraftwerk umfasst heute noch eine Fläche von mehr als 4.000 km2.

Bis heute sterben Menschen an den Folgen der Strahlung.

„Die dramatischen Ereignisse in Fukushima zeigen aufs Neue, dass die Kernkraft eine Hochrisikotechnologie ist“ sagt Kevin Hausmann, Energieexperte von Greenpeace Leipzig. „Die Energiekonzerne müssen jetzt in Erneuerbare Energien investieren. Die im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung ist verantwortungslos und nützt  lediglich den Profitinteressen der Großkonzerne. Der radioaktive Müll wird auch in den kommenden Jahrhunderten die Umwelt belasten“.

Aktuelle Berechnungen von Greenpeace in „Der Plan – Deutschland ist erneuerbar“ zeigen, dass der Ausstieg aus der Kernkraft schnellstmöglich bis zum Jahr 2015 vollzogen werden kann. Dies wird ohne negative Folgen für die Sicherheit der Stromversorgung, den Klimaschutz oder die Energiekosten erreichbar sein. Neben dem Pannenmeiler Krümmel müssen die sieben ältesten deutschen AKW sowie „Neckarwestheim 2“ auch nach  dem Moratorium vollständig abgeschaltet bleiben. Die verbleibenden  acht AKW werden schrittweise bis zum Jahr 2015 stillgelegt. Kraftwerkskapazitäten von rund 21.000 Megawatt müssen bis 2015 ersetzt werden. Dies wird vorwiegend durch die geplanten 10 Off-Shore Windparks und fast 20 hocheffizienten Gaskraftwerke  sichergestellt. In jahres- und kraftwerksgenauen Berechnungen legt Greenpeace in „Der Plan –Deutschland ist erneuerbar“ dar, dass diese Energiewende nicht von zusätzlichen

Energieimporten abhängt. Selbst in Zeiten mit extrem hoher Energienachfrage kann der Bedarf immer gedeckt werden.

Weitere Informationen finden Sie

unter www.greenpeace.de/leipzig.

„Der Plan – Deutschland ist erneuerbar“

unter http://issuu.com/greenpeacede/docs/derplan.

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